22 Wenn das mal gutgeht….

Fynn bat Matteo darum, mit Verenas Tochter Cieli sprechen zu können. Matteo schickte einen Boten in die Burg.

Am Nachmittag erschien Cieli. Fynn und Jarkko erklärten ihren Plan, Topa und Lele hörten gespannt zu.

„Iii…. Ich kann das nicht. Auf keinen Fall könnt ihr das von mir verlangen. Wenn ich nur dran denke, wird mir schon schwindelig“, wehrte sich Cieli.

Die Freunde redeten mit Engelszungen auf sie ein, doch nichts half. Als Cieli schließlich zu weinen begann, gaben sie ihren Versuch auf. Niedergeschlagen saßen sie da und überlegten.

„Ich gehe“, sagte Lele plötzlich.

„DU?“, fragten die drei Männer im Chor.

„Wie willst du denn in die Burg kommen, geschweige denn bis zu Paola?“ fragte Jarkko. Fynn und Topa mussten an den Streit vor ihrer Abreise denken und schwiegen lieber.

„Cieli wird mich in die Burg bringen. Ich gebe mich als neue Köchin aus. Wenn ich dann drin bin, spiele ich das selbe Theater wie Cieli es machen sollte.“

„Nun seht mich nicht so entgeistert an“, sagte Lele, da keiner der anderen Anstalten machte, etwas zu sagen.

„Könnte klappen“, sagte Fynn.

Lele wandte sich an Topa: „Und du? Was sagst du?“

„Es ist gefährlich und ich habe Angst um dich. Aber ich weiß auch, dass du das, was du dir vornimmst auch schaffen wirst. Ich unterstütze deine Idee.“

„Danke“, flüsterte Lele ergriffen.

Cieli traute sich nicht nein zu sagen, nachdem Lele sich so mutig gezeigt hatte. Also stimmte auch sie zu.

Kurz darauf brachen die beiden Frauen auf, ohne zu merken, dass Jarkko ihnen folgte. Unterwegs erklärte Cieli Lele die wichtigsten Verhaltensregeln und den Weg von der Küche zu dem Zimmer in dem Paola gefangen gehalten wurde.

Die Wache am Eingang kaufte Ihnen die Geschichte mit der neuen Köchin ab und lies sie passieren. Cieli kochte Grießbrei und Lele verkleidete sich mit Schürze und Mütze als Köchin. Dann nahm sie das Tablett mit dem Grießbrei und ließ die verängstigte Cieli in der Küche stehen.

Sie ging die wenigen Stufen vor der Küche hinauf, dann den Gang nach links bis zur großen Haupthalle. Dort folgte sie der Treppe bis in den ersten Stock, bog wieder links ab und ging geradewegs auf die einzige Tür zu, vor der eine Wache stand.

„Was willst du?“, schnauzte der Soldat sie an.

„Essen für die Signora“, antwortete Lele.

„Ich hab dein Gesicht hier noch nie gesehen. Wer bist du?“

„Dein Gesicht hab ich zum Glück auch noch nicht gesehen. Und jetzt lass mich hinein.“

„Niemand darf hinein, den ich nicht kenne. Und schon gar kein freches Frauenzimmer wie du.“

„Wie du meinst. Der Graf wird enttäuscht sein, wenn die Signora ihr Lieblingsessen nicht bekommt. Er hat mich extra von weit hergeholt, um ihr das hier zu kochen. Wie war doch gleich nochmal dein Name? Er wird sich sicher bei dir bedanken wollen“, sagte Lele, drehte sich um und ging dahin, wo sie hergekommen war.

„Warte“, rief die Wache ihr nach. „Du sagst der Graf schickt dich?“

„Nein, du Dummkopf. Der Kaiser von China schickt mich“, blaffte Lele ihn an.

„Pass bloß auf, dass der Kaiser von China dir nicht dein freches Maul stoppft“, brummte die Wache und schloss die Tür auf. „Du gehst rein, stellst das Essen auf den Tisch und gehst wieder. Kein Wort zu der Signora, hast du verstanden?“

Lele nickte. Doch innerlich fluchte sie. Sie konnte Paola nicht mit Paola sprechen, wenn die Wache zuhörte.

Paola saß mit dem Rücken zur Tür am Schreibtisch und las.

„Euer Essen, Signora“, sagte die Wache bevor Lele etwas sagen konnte.

„Ich habe keinen Hunger. Nehmt es wieder mit.“

Jetzt reagierte Lele schneller als der Soldat.

„Der Graf wird enttäuscht sein, wenn ….“

„Halts Maul!!“, herrscht der Soldat sie an. „Es ist der ausdrückliche Wunsch des Grafen“, sagte er dann an Paola gewandt.

„Na gut. Stellt es dort auf den Tisch. Ich esse später.“

Lele sucht verzweifelt nach einer Möglichkeit, Paola auf sich aufmerksam zu machen. Doch der Soldat nahm ihr das Tablett aus der Hand, stellte es auf den kleinen Tisch am Eingang und schob Lele zur Tür hinaus.

„Und jetzt mach, dass du weg kommst!“

Lele blieb nichts anderes übrig als zurück zu Cieli zu gehen.

„Und?“, fragte Cieli. „Hast du mit ihr sprechen können?“

„Nein, die Wache hat das nicht zugelassen.“

Lele half Cieli beim Abspülen. Sie musste wenigstens den Schein waren, falls jemand reinkommen sollte.

Plötzlich flogt die Tür auf und die Wache von Paolas Zimmertür stand in der Küche.

„He!Du da! Los, komm mit!“ befahl er und zeigte auf Lele.

War sie etwa aufgeflogen? Lele zitterte am ganzen Leib, als sie der Wache folgte. Die Wache führte Lele zurück zu Paolas Zimmer.

„Scheinst ja ne super Köchin zu sein“, raunzte er sie an und stieß sie ins Zimmer. „Aber die Tür bleibt offen, den Anschiss will ich nicht verpassen.“

Lele wusste nicht, was sie davon halten sollte. Paola stand in der Mitte des Zimmers und funkelte sie wütend an.

„Hast du diesen Fraß hier gekocht?“ Paola zeigte auf das Tablett mit dem Teller Grießbrei.

„Nun starr hier keine Löcher in die Luft, antworte mir gefälligst.“

Lele nickte.

„Selbst die Schweine würden das nicht fressen, so ungenießbar ist das. Und du willst Köchin sein? Keine Ahnung aus welchem Loch Luca dich herausgezogen hat, aber vom kochen verstehst du dumme Gans nichts.“

Lele stand immer noch regungslos da und wusste nicht, was Paola ihr sagen wollte.

„Schwer von Begriff scheinst du auch noch zu sein. Halt hier keine Maulaffen feil, aus meinen Augen mit dem Fraß.“

Lele ging zum Tisch und nahm das Tablett. Als sie an Paola vorbeiging, packte diese sie am Arm.

„Hier, ich habe dir ein Rezept aufgeschrieben, das selbst kleine Kinder kochen können. Du gehst zum Markt, kaufst die Zutaten und kochst für mich. Und wehe du versaust das wieder, dann sorge ich dafür, dass du nie wieder als Köchin arbeiten wirst. Und jetzt verschwinde gefälligst.“

Lele nahm den Zettel den Paola ihr hinhielt, schnappte sich das Tablett und ging zurück in die Küche. Cieli nahm ihr das Tablett ab.

„Was war denn los?“, fragte sie.

„Keine Ahnung“, sagte Lele. „Paola muss mich dieses mal erkannt haben. Sie hat mich übel beschimpft und mir diesen Zettel gegeben.“

Cieli grinste. „Das sieht ganz nach Paola aus“, lachte sie.

„Das sieht ganz und gar nicht nach Paola aus, so kenne ich sie gar nicht.“

„Du bist eben nicht die einzige, die anderen etwas vorspielen kann.“

Jetzt begriff Lele, was eben passiert war. Ein Blick auf den Zettel bestätigte ihren Verdacht und die Worte von Gaia fielen ihr wieder ein, Paola nicht zu unterschätzen.

„Ich muss los“, sagte sie. „Danke Cieli. Danke, dass du uns geholfen hast, das werden wir dir nie vergessen. Du solltest morgen Nacht nicht in der Nähe der Burg sein.“

Sobald Lele außer Sichtweite der Burg war, rannte sie den restlichen Weg zurück zur Fattoria. Jarkko hatte Mühe, sie einzuholen.

„Alles ok?“, schnaufte er.

„Jaaa!“, schrie Lele und hielt den Zettel in die Luft.

Ein Gedanke zu „22 Wenn das mal gutgeht….

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