Die Schlittenfahrt

Für Topa ging das alles viel zu schnell. Als er Lele plötzlich so nah neben sich spürte, wurde ihm kurz schwindelig. Ihr Haar duftete nach Rosen. Er achtete gar nicht darauf, dass Lele schon los gefahren war. Er achtete auch nicht darauf, wo sie hinfuhr. Er betrachtet nur ihr Gesicht.

Lele schien ein Naturtalent zu sein. Am Anfang lenkte sie den Schlitten einfach gerade aus. Nach und nach versuchte sie, den Schlitten nach Links oder Rechts zu steuern. Schließlich schaffte sie es, den Schlitten ein mal im Kreis zu lenken. Zu Beginn hatte Lele sehr konzentriert gewirkt; nach einer Weile lies die Anspannung nach. Ihre Augen strahlten vor Freude und der kalte Fahrtwind sorgte für die schönsten roten Bäckchen, die er je gesehen hatte. Wieder spürte er dieses Stechen.

Sie waren wieder am Anfang der Wiese angekommen und blickten wieder auf den schneebedeckten Gipfel des Weihnachtsberges. Die Rehe hatten sich längst in den Wald zurück gezogen. „Du machst ja einen ganz schönen Wirbel“, sagte Topa und zeigte auf die Wiese. Über der Wiese lag ein feiner Nebel aus aufgewirbeltem Schnee. „Das war noch nicht alles“, antwortete Lele und fuhr wieder los. Der Schlitten wurde immer schneller und schneller, bis die Rentiere im vollen Galopp über die Wiese jagten. Topa drehte sich um und sah eine riesige Schneewolke hinter dem Schlitten. Ohne langsamer zu werden fuhr Lele einen Bogen, bis sie genau auf die Schneewolke zu raste. Sie schaute ihn an und sagte: „kleine Abkühlung gefällig?“ Dann fuhren sie mitten durch den aufgewirbelten Schnee. Topa schloss die Augen und spürte den kühlen Schneestaub im Gesicht. Erst jetzt merkte er, wie warm ihm war.

Als sie durch die Wolke durch waren, bremste Lele den Schlitten etwas und fuhr in Richtung der kleinen Hügel. Schließlich blieb sie auf dem Gipfel eines Hügels stehen und blickte ihn triumphierend an.

Na, wie war ich?“ Topa zog die Mütze vom Kopf und deutete eine Verbeugung an. Lele nickte zufrieden. „Das hat Spaß gemacht. Danke.“ Topa griff unter den Sitz und zog eine kleine Kiste mit Äpfeln hervor.

Du musst dich auch bei den Rentieren bedanken“, sagte er. Sie kletterten beide vom Schlitten. Lele gab jedem Rentier einen Apfel und streichelte den Tieren den Hals.

Das sind sehr schöne Tiere“, sagte sie schließlich. Topa traute sich nicht, ihr zu antworten, was ihm in diesem Moment auf der Zunge lag. Eine Weile standen sie ohne ein Wort zu sprechen neben einander. Die Wiese lag wieder friedlich im Mondschein und in der Ferne konnten sie das Weihnachtsdorf erkennen. Diesmal wartete keiner auf ein Wort des anderen. Topa sah Lele an, und merkte, dass sie leicht zitterte. „Frierst du?“, fragte er.

Ja“, log sie. In Wahrheit war sie von der Romantik der Kulisse und des Augenblicks einfach ergriffen.

Ich hab Tee dabei, möchtest du eine Tasse?“ Sie nickte nur und war froh, dass sie noch nicht ins Dorf zurück fuhren. Sie stiegen wieder auf den Schlitten und Topa öffnete ein kleines Fach vor Ihnen. Er nahm zwei Becher, eine Kanne mit Tee und ein paar seiner selbstgemachten Lebkuchen heraus. „Die hab ich für dich gebacken“, sagte Topa und reichte Lele einen Lebkuchen.

Lele war erstaunt. „Du kannst backen?“

Ja“, antwortet Topa. „Tante Unn hat es mir beigebracht.“

Lele biss in den Lebkuchen. „Mhhmmm, die sind fantastisch! Du steckst voller Überraschungen.“‘

‚Wenn du wüsstest‘, dachte Topa bei sich. Er wünschte sich, dass dieser Augenblick mit Lele nie zu Ende gehen würde.

Kann ich dich etwas fragen“, wollte Lele wissen.

Der Brief, schoss es Topa durch den Kopf. Jetzt fragt sie mich nach dem Brief.

Ein Gedanke zu „Die Schlittenfahrt

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